Hoy me siento bien, quiero
bailar y quiero cantar“: Heute fühle ich mich
gut, ich möchte tanzen und singen. Das könnte als
Motto über der „Latin Night“ im Brunnenhof
der Residenz stehen - zumindest, was den Hauptdarsteller
betrifft: Mundo Burgos, Sänger und Mitbegründer
der Gruppe Buena Vida. Fast lasziv führt er durch das
zweieinhalbstündige Programm, das von argentinischen
Tangostücken, brasilianischer Capoeira bis hin zu Latin-Rock à la
Carlos Santana reicht. „Ihr könnt jetzt ein bisschen
kuscheln“, fordert Burgos das Publikum auf, bevor der
ersten Töne von „Bésame mucho“ erklingen.
Die meisten befolgen diesen Rat, allein schon, um sich gegenseitig
zu wärmen, bei gefühlten zehn Grad. Die Gruppe
Buena Vida, die im Kern aus dem Argentinier Burgos, dem brasilianischen
Gitarristen Fabio Block und dem Spanier Manolo Diaz am Kontrabass
besteht, überzeugt durch Musikalität und spürbare
Leidenschaft für die lateinamerikanischen Rhythmen.
Impulsiv zerrt und und zieht Block an den Saiten seiner Gitarre,
um ihr diesen unverwechselbaren metallischen Klang zu entlocken.
Mundo Burgos bleit trotz Flachserei immer authentisch. Egal,
ob er eine Tangomelodie anstimmt, zu der er sich im gleitenden
typischen Arrastrando-Schritt mit einer imaginären Tanzpartnerin
bewegt oder im Hawaii-Hemd von der zimtfarbenen Haut der
Mädchen aus Venezuela schwärmt. Neben den bekannten
Salsa und Tangorhythmen bietet Buena Vida auch Einblick in
eine andere Welt jenseits der spanisch beeinflussten Musik
Lateinamerikas. „Paranaue“ die Hymne der Capoeira
aus dem brasilianischen Bahia, ist ein von afrikanischen
Traditionen geprägter Kampftanz. Begleitet wird die
Capoeira mit dem Berimbau, dem traditionellen Instrument
aus einem gebogenen Holzstück mit einer gespannten Saite
und einem ausgehöhlten Kürbis als Klangkörper.
Eindrucksvoll führt ein Tänzer auf der Bühne
diese Mischung aus Jiu-Jitsu, Yoga, Akrobatik und Breakdance
vor, und inspiriert von dieser Tanzeinlage, trauen sich einige
im Publikum am Ende sogar beim letzten Lied „El cuarto
de Tula“ selbst zu tanzen.
VERENA HAART |